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project:retroraum:unicorn

Unicorn(er) DOS-PC

Retro-Kiste für allerlei (MS-)DOS und Windows 3.11 für Workgroups Spielereien. Ursprünglich angeschleppt von Martin Peters, verfeinert mit Komponenten aus dem shack und von Neos.

Beschreibung/Ausstattung

AT-Tower-Gehäuse von Unicorner PC

  • 6 Schächten 5 1/4„ halbe Bauhöhe extern
  • 1 Schacht 3 1/2“ halbe Bauhöhe extern
  • 3 Schächte 3 1/2„ halbe Bauhöhe intern
  • AT-Netzteil von Li Kun, Modell LKT 250P, 250W

Mainboard Asus P/I-P55TVP4 Rev. 1.5

Socket 7

4x PCI 5V (davon 1x mit Asus Media Bus Rev 2.0)

  1. SCSI-Controller Adaptec AHA-2940 mit BIOS v1.23
  2. LAN-Karte 3com Etherlink XL 10/100 PCI (3c905B-TX, PCI-ID 10B7:9055)
  3. Grafikkarte Gainward S3 Trio64 86C764X 2MB laut dieser Seite: https://www.pc-schnulli.de/hardw/gkpci/s3gkpci.html
  4. frei

3x ISA 16bit

  1. frei
  2. Parallel-Port-Karte auf IRQ7/278h
  3. Soundkarte Creative Sound Blaster 16 CT2910 mit dezidiertem OPL3

2x IDE

  • max. PIO Mode 4/DMA Mode 2 (16.6MB/s)
  1. Primär
    • WD SiliconDrive II 4GB SSD-D04GI-4300 Datenblatt: 048750732.pdf
    • 4T(!)BW, 450 Jahre(!) MTBF, 34MB/s lesen, 19MB/s, totaler Overkill!:D
  2. Sekundär
    • 8x CD-ROM Laufwerk

Dallas DS12B887 Batterie tauschen

Dieser Chip mit dem markanten Uhrsymbol beinhaltet die Echtzeituhr des Rechners und dort werden die BIOS-Einstellungen im NVRAM abgelegt.
Leider ist die Batterie nach >20 Jahren leer, und obendrein ist sie in diesem Chip fest vergossen und der Chip selbst nicht mal gesockelt.
Nach einer Anleitung von https://homepages.uni-regensburg.de/~hep09515/dafc/ ist ein Umbau jedoch möglich, dessen Umsetzung und Erfolg in folgenden Bildern festgehalten wurde:

  1. Das ist unser Kandidat. Halten Sie bleihaltiges Lötzinn und Flussmittel bereit!

  2. Mit dem Entlötkolben von Fickler wird dem Dallas zu Leibe gerückt

  3. Erfolgreich entfernt. Wie man sieht, fehlen ein paar Beinchen, dies ist jedoch ab Werk so, an diese sind die eingegossene Batterie und der Quarz angeschlossen

  4. Präzision statt Silikon: In Zukunft hockt der Dallas auf einem Sockel von RFT

  5. Pin 5 wird mit dem Dremel freigelegt und die Verbindung zur Batterie unterbrochen (oben IC-Pin, unten Batterie)
    Nicht im Bild: GND auf der anderen Seite muss natürlich auch freigelegt werden

  6. Der Multipeter bestätigt es: Die Batterie hat nur noch 0,15V, laut Datenblatt 2,35V zu wenig.

  7. Nun jeweils die Batteriehalterpins mit den Pins des IC verbinden. Wichtig: Nicht mit dem Pin der alten Batterie verbinden!

  8. Ein obligatorischer Klecks Heißkleber drauf, sonst ist es kein Pfusch

Batterie rein, Dallas in den Sockel, Mainboard wieder einbauen, und: Endlich kann man Einstellungen im BIOS speichern:)

3com 3c905B-TX mit Bootrom ausstatten

Ausgangslage

Original sind für diese Karte Flash-Chips von Atmel im 32Pin-DIP-Gehäuse mit 128kB vorgesehen, diese kann die Karte mit Tools von 3com oder unter Linux mit flashrom sogar selbst beschreiben.
Allerdings war ein solcher Chip nicht zur Hand, dafür jedoch einige 27C1001-EPROMs von ST, mit diesen kann diese Karte auch arbeiten.
Diese muss man jedoch in einem EPROM-Brenner beschreiben, glücklicherweise ist ein solcher im shack vorhanden.

EPROM brennen

Also „einfach“ das ROM 3c905b-tx_mba_4.30.zip entpacken, im Brenner-Programm (in diesem Fall Prog-Express von Batronix) den richtigen Chip auswählen, Chip einsetzen in den Brenner und beschreiben.
Sollte der Chip nicht leer sein, muss man ihn natürlich vorher ein paar Minuten mit hartem UV-B-Licht löschen. Nun nur noch den Chip in den Sockel auf der Karte setzen und das Quarzfenster mit einem Aufkleber verschließen gegen versehentliches Löschen.

Anmerkungen

Auch hilfreich für Info dazu: https://nurdspace.nl/NIC_bootrom_burning
Eindeutig identifiziert dank https://deviwiki.com/wiki/3Com_3C905B-TX
Es wurde zuerst versucht iPXE als Bootrom einzusetzen, da dieses die Karte mit einem Treiber unterstützt (siehe https://ipxe.org/appnote/hardware_drivers), jedoch wollte iPXE nicht so recht starten, brach mit einer kryptischen Fehlermeldung ab.

PXE (http://ipxe.org) 00:08.0 3000 PCI 2.10 PnP PMM +00420000+00431000 3000

iPXE (PCI 00:08.0) starting execution...1B101B10 00420CF4 00000722
Installation failed - cannot continue


Offenbar kein Einzelfall bei genau dieser Karte: https://forum.ipxe.org/showthread.php?tid=10295&pid=16594
Laut https://lists.ipxe.org/pipermail/ipxe-devel/2019-March/006611.html handelt es dich dabei um einen Bug im Lucent-Chipsatz dieser Karte, und die Möglichkeit diesen zu umgehen gab es nur einst bei Etherboot, dieses wird jedoch seit langem nicht mehr weiterentwickelt (daraus gingen gPXE, daraus dann iPXE hervor).
Da auch ein testhalber compiliertes und gebranntes Etherboot nur noch verkündete, die Umgehung dieses Bugs sei aktiviert und der Rechner anschließend einfror wie bei iPXE, wurde dieser Pfad nicht weiter verfolgt und kurzerhand der originale MBA (Multi Boot Agent) von 3com aufgespielt, für PXE reichts.

Screenshots

System

CPU

Cache

Mainboard

RAM

CPU-Z Vintage Benchmark

CPU-Z Vintage Benchmark ohne L1-Cache

project/retroraum/unicorn.txt · Zuletzt geändert: 2021-08-01 00:35 von neos